Mellau, das 'Sündige Dorf'

19.9.2019

Viele Geschichten ranken sich um das sündige Dorf Mellau, oder den Begriff 'Klein Paris'. Fakt ist, dass der Beiname 'Das sündige Dorf' eigentlich nach einer Betriebsfeier der Elastisana aus Bezau im Gasthof Kreuz in Mellau entstand. Allgemein wird angenommen, dass die Sonnenwirtin von Mellau, Margret Bischofberger nicht ganz unbeteiligt war an diesen Kosenamen für das Dorf Mellau. So wie ich Margret in Erinnerung habe, ist sie wahrscheinlich stolz darauf gewesen; und das mit gutem Recht.

 

Die ehemalige Sonnenwirtin aus Mellau, Margret Bischofberger erzählt in der Sendung 'Die Drehorgel' vom Landestudio Vorarlberg, wie es dazu kam. Außerdem erfahren wir hier, was es mit dem Alkoholverbot vor Wahlveranstaltungen in den 60er Jahren auf sich hatte.

Bitte anklicken und geniessen

Die Sonnenwirtin Margret Bischofberger und die Bar Dame Annuschka

 

Der Gasthof zum Kreuz in Mellau in den 50er Jahren

Der neue Sonnenwirt, Eugen Bischofberger heiratete 1946 die älteste der fünf Kreuzwirtstöchter Margret. Zuvor wurde die alkoholfreie Sonne vom biederen Landtagsabgeordneten Alois Bischofberger betrieben.

Margret brachte die Alkohollizenz mit in die Ehe und war sofort die perfekte Gastgeberin

 Es wurde in beiden Stuben getanzt

1954 erfolgte der erste Anbau

Wegen der gewölbten Decke wurde das Lokal im Volksmund liebevoll 'der Waggon' genannt

Ab sofort wurde in der Sonne regelmäßig getanzt. Zur gleichen Zeit empfahl sich das Edelweiss Trio, das bald schon als Hausmusik der Sonne bekannt wurde.

Pepi Reinstadler, Adolf Bischof, Albert Puchmayr

1958 gab es den nächsten Anbau. Das sehr moderne Tanzcafe und das Bettenhaus wurden erstellt

Art Deco vom Feinsten, ausgesucht von einem namhaften Innenarchitekten

Auch die Bar wurde vergrössert. Hier arbeitete die wohl erste professionelle Bardame im Bregenzerwald, die aus Lettland stammende Annuschka. Spätestens ab jetzt war der Name 'Klein Paris gerechtfertigt.

 

Bar  Dame Annuschka mit Otti Bischofberger, dem späteren Tanz Tenne Chef

1962 sprachen österreichweit nur die BH Bregenz und Bludenz ein Twistverbot aus. Der neue Tanz errege Ärgernis? Wir waren wohl schon damals in einem sehr braven Bezirk zuhause. Die aufstrebende Kapelle Rogledis mit Band Master Sepp Moosbrugger (Sattlar's Sepp) spielten wie alle namhaften Kapellen von damals auch in der Sonne. Der St. Tropez Twist gehörte zum Repertoire der Rogledis. Sepp erzählte mir unlängst, dass sie den Twist spielen durften; es durfte nur nicht getanz werden. Die Vorhänge wurden zugezogen und der Twist wurde natürlich auch getanzt.

 

Die Rogledis

Johnny Moosbrugger, Sepp Moosbrugger, Werner Jochum, Elmar Moosbrugger

Das Edelweiss Trio war auch in den 60er Jahren DIE Hauskapelle der Sonne. Albert Puchmayr wurde während seiner Bundesheer Einberufung von seinem Bruder Sigi am Bass abgelöst. Danach entstand das Quartett, da Albert die Band mit seiner Trompete bereicherte. Von nun an war auf dem Schlagwerk zu lesen: Edelweiss Trio + 1

Die Sonne in Mellau war damals im ganzen Land bekannt. Hier eine Aufnahme der Sonne mit dem Postamt im Hinterhaus, dem Sparladen und der Tankstelle.

Die Sonnenwirtin bot nicht nur allen Kapellen ein Bühne, sie begleitete diese auch und unterhielt somit die Gäste.

Die Sonnenwirtin Margret war damals nicht nur der touristische Motor für Mellau, sondern eine gastronomische Persönlichkeit weit über die Grenzen hinaus. Ich möchte noch anmerken, dass man kaum Worte über Eugen Bischofberger verliert.

 

Er war ein sehr ruhiger, besonnener und kluger Mann, der im Hintergrund agierte. Eugen kümmerte sich um die Buchhaltung. Als Paar waren die Bischofbergers perfekte Wirtsleute, die meine absolute Hochachtung verdienen.

Papier ist geduldig, die tüchtige Barfrau kam wie gesagt aus Lettland, nicht aus Ungarn.

1983 verfasst die Dünserin Marga Swoboda einen Artikel für den Kurier, der für sehr viel Aufsehen sorgte. Die Details erhielt sie von ihrer Kollegin, Conny Bischofberger, der jüngsten Tochter von Margret. Die damals sensationsgeile Boulevard Schreiberin kannte einfach keine Grenzen. Es hagelte Kritik im ganzen Land und Erich Haller aus Mellau, verfasste eine saftige Entgegnung, die in Zeitungen veröffentlicht wurde.

Die Vergrößerung des Artikels zum Nachlesen

Diese und noch 8000 andere Bilder der Unterhaltungs- und Gastronomie Szene im Bregenerzwald laufen ständig als Bildpräsentation in meiner Bar,

Vernissage - Die Bar im Dorf, in Egg.

Wir haben von Dienstag bis Samstag ab 20:00 Uhr geöffnet und freuen uns auf Euren Besuch.

Die Vernissage & Klaus

 

 

 

 

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