Ein Winter in der Schihütte Mellau

5.11.2015

Im Jahr 1963 beschlossen die Pioniere Eugen Bischofberger, Albert Matt und Jakob Kohler am

Kitzebühel einen Schlepplift zu bauen. Gleichzeitig wurde auch die Schihütte gebaut. Geplant hatte die Schihütte Architekt Helmuth Rainer aus Feldkirch.

Betonieren der Stützenfundamente von der Firma Jakob Kohler

An Weihnachten 1963 wurde der Lift und die Schihütte eröffnet. Die Schihütte war damals ein sehr moderner Bau mit geraden Linien, großen Fenstern und einem offenen Kamin.

 

Die erste Wirtin war ‚Busen Lore‘, hier mit Eugen Bischofberger, Kronenwirt Georg aus Schoppernau und einem Unbekannten.

 

Die originale Schihütte

 

1976 ist Eugen Bischofberger aus dem Projekt Kitzebühel ausgestiegen, da der Neubau der Sonne finanziert werden musste. Somit war Jakob Kohler Besitzer des Kitzebühel Liftes und Albert Matt (Gasthof Adler) alleiniger Besitzer der Schihütte.

 

Tone Matt hatte natürlich schon seine An- und Umbaupläne in der Schublade. Zuerst wurde der Anbau gemauert. Im Oktober 1976 rüstete ich beim Bundesheer ab und fuhr mit meinem Freund Manfred Robausch, Spitzname Hopsi, nach Lloret de Mar. Hopsi hatte zuvor die Lehre im Hotel Kreuz abgeschlossen. Danach wurde beschlossen, dass wir zwei die Schihütte übernehmen sollten. Nach dem Urlaub haben wir Tone beim Innenausbau geholfen. Der neue Anbau ergab eine neue Gaststube, einen Aufenthaltsraum und neue Kellerräume.

Im Altbestand wurde eine neue Bar eingebaut, die Toiletten und die Küche wurden renoviert.

Wir wollten natürlich auch den Nachtbetrieb forcieren und konnten Tone überzeugen, eine Musikanlage zu kaufen. Das neue Equipment war ein Traum, Plattenspieler, Kasettendeck, Mischpult und Bull Magnat Boxen mit sehr guter Leistung.

 

Die erste Scheibe, die zum Testen gespielt wurde: A Glass of Champagne von Sailor.

Außerdem wurde ein Billard Tisch angeschaft, der im Neubau Platz fand.

Wir waren eigentlich nur zu zweit, Hopsi hat den ganzen Service geschmissen, ich war zuständig für die Küche, die Bar und die Musik. Schon bald musste uns Gisella Dreher helfen, die damals im Adler gearbeitet hat. Sie hat an der Bar gearbeitet und hat die Gläser gewaschen. Damals gab es noch keine Spülmaschine an der Theke. Geholfen haben uns auch Urlauberinnen, die nach einer genüßlichen Nacht mit Hopsi unentgeltlich eine Woche lang Gläser gewaschen haben.

 

In diesem Winter waren ungewöhnliche Witterungsbedingungen. Es gab zu wenig Schnee, zu viel Schnee und einige Male konnte die Bergbahn nicht fahren, da zu viel Wind herrschte. Die ganzen Schikurse fanden am Kitzebühel statt. Wir haben an sieben Tagen die Wochen um 9:00 Uhr aufgesperrt, die Schihütte war jeden Tag voll. Das Tagesmenü wurde von Tone um 11:00 Uhr aus dem Adler angeliefert. Mittagessen, am Nachmittag Kuchengeschäft und Apres Ski. Um 18:00 Uhr war dann der Rummel vorbei.

 

Ab 20:00 Uhr kamen dann die Abendgäste. Es wurde Billard gespielt, Josef Greber (Prinzwieser) kam fast alle Abende zum Training und gab nicht auf, bis er der beste Billard Spieler war. Wir hatten jeden Abend Disco und meistens war gegen 2:00 Uhr Feierabend.

Hubert Ratz hat beim ersten Besuch gemeint: Ist das eigentlich eine Schihütte, oder ein Beatschuppen?

 

Danach mussten wir natürlich noch auf einen Sprung in die Tenne. Geschlafen haben Hopsi und ich im neuen Aufenthaltsraum mit Dusche. Hopsi hat zum Frühstück meistens einen Rossbacher getrunken, dann ging der neue Tag los.

 

Im Fasching haben wir den Pyjamaball veranstaltet, der in die Geschichte einging. Tone Matt hat damals die Party mit seiner Super 8 Kamera festgehalten. Unter den Gästen befanden sich Johann Matt, Josef Greber, Walter Dietrich, Wilfried Schwarzmann, Sigi Lehner, Hans Manser, Mariette Feurstein, Maritta Natter, Otti Bischofberger, Wilfried Broger, Hansi Klammer, Stefan Bischof, Joschi Bischof, Werni Zünd, Kurt Bischof, Gebi und Johannes Hänsler, Wolfgang und Gernot Weinig, Hubert Ratz und viele mehr.

 

Nach einer sehr strengen Wintersaison sind wir beide dann in die Schweiz zum Arbeiten gegangen.

Später hat dann Sonja Natter die Schihütte weitergeleitet bis heuer. Nun ist Adi Schneider am Zug und ich wünsche ihm viel Erfolg.

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